Die Ignoranz und die 13. Fee – ein Märchen aus dem Unternehmensland

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Die Ignoranz und die 13. Fee – ein Märchen aus dem Unternehmensland

Antje Bach, Unternehmen, Ignoranz, Führung

heute dachte ich, ich muss dir unbedingt schreiben: Ich weiß ja, dass du Märchen sehr magst. Und ich habe gerade von einer Geschichte aus einem Unternehmen gehört, die könnte genauso gut von den Brüdern Grimm stammen. Die will ich dir auf keinen Fall vorenthalten.

Es war also einmal eine königliche Geschäftsleitung einer großen Firma, die hatte beschlossen, im Rahmen ihrer neuen IT-Strategie ihre verschiedenen Systeme zusammenzuführen. Gleichzeitig hatte sie in ihrer allumfassenden Ignoranz beschlossen, alle Prozesse zu zentralisieren. Gleichzeitig hatte sie beschlossen, das Headquarter zu verlegen. Sie holten zur Beratung und Abstimmung zwölf ihrer dreizehn Feen an den großen Besprechungstisch. 

Die 13. Fee jedoch schlossen sie aus. 

Das waren die Mitarbeiter aus der IT, die sich trauten zu sagen: Das, was ihr hier macht, ist Wahnsinn. Es wird nicht funktionieren!. 

Diese Fee klopfte mit diesen Bedenken zwar an das große Tor des Meeting-Raums an, doch sie wurde so rüde davon gejagt, dass die ITler sich ernsthaft gemobbt fühlten und kündigten. Die erfahrenen, guten Leute nahmen ihren Hut, stiessen noch einmal düstere Prophezeiungen für den Launch aus und waren weg. Sie wurden nämlich in den benachbarten Königreichen schon sehnlichst erwartet, mit einem roten Teppich huldvoll empfangen und mit Gold aufgewogen. 

Auch im Märchenland herrscht Fachkräftemangel.

Nachdem die 13. Fee also mundtot gemacht war, schwoll die Ignoranz der königlichen Geschäftsleitung noch weiter an und sie kam auf die grandiose Idee, den Go-live vorzuziehen. Die nachakquirierten jungen Mitarbeiter ohne jegliche Erfahrung gaben ihr Bestes, doch es kam, wie es kommen musste: 

Die gesamten Prozesse brachen zusammen und zwar gründlich.

Dornröschen verfiel in einen tiefen Schlaf, aus dem keiner sie erwecken konnte. Das Unternehmen konnte von einem Tag auf den anderen keine Rechnungen mehr stellen. Nicht nur für ein paar Tage, sondern für mehr als vier Monate ging nichts mehr. Die 13. Fee hatte Recht behalten.

In der Folge konnte die Firma ihre Lieferanten nicht bezahlen. Doch, liebe Franzi, glaubst du, dass sich die königliche Geschäftsleitung sich dafür bei denen entschuldigt hätte? In ihrer Ignoranz bat sie maximal um Verständnis und das auch nur auf Nachfrage. Sie trieben ihr böses Spiel so weit, dass inzwischen einige Lieferanten die weitere Zusammenarbeit verweigern.

Von wegen: aufrichtig sein und Fehler eingestehen. Nichts. Null. 

Das Management versteckt sich stattdessen in der Dornenhecke der Verantwortungslosigkeit und Feigheit.

Das ist ein ganz schön bitteres Märchen, nicht wahr? Und ich glaube, dass das Unternehmen immer noch auf den Prinzen wartet, der das Dornröschen wachküsst. Ich fürchte fast, dass die königliche Geschäftsleitung in ihrer Ignoranz diesen auch gar nicht zu ihr vorlassen würde.

Die Moral aus diesem Märchen liegt für dich als Kennerin sicher schon klar auf der Hand: Wer sich die 13. Fee nicht an den Tisch einlädt, zahlt einen hohen Preis.

Die 13. Fee ist der Mut, die Realität anzuerkennen. Sie ist die Fähigkeit, unterschiedliche Perspektiven, Erfahrungen und Kompetenzen mit einzubeziehen und ernst zu nehmen. Sie ist das Vertrauen auf Expertise der Experten. Und sie ist nicht zuletzt die Bereitschaft, unangenehme Botschaften als Geschenk zu nehmen.

Weise Unternehmenslenker geben der 13. Fee einen Platz an ihrem Tisch anstatt den ganzen Raum nur mit dem eigenen Narzissmus zu füllen.

Tu dir und deinem Unternehmen etwas Gutes und lade dir immer die 13. Fee ein, Franzi – ja? Ich wünsche dir märchenhafte Erfolge damit …

 

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