Mit voller Leistung in den Hitzekollaps

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Mit voller Leistung in den Hitzekollaps

das ist schlimm, ich würde mich ebenfalls total „verheizt“ fühlen bei der Leistung, die dir als Führungskraft jeden Tag abverlangt wird. Immer noch ein Quäntchen mehr, immer noch ein bisschen schneller – bis dir am Ende des Tages der Kopf glüht und sämtliche Synapsen heißgelaufen sind.

Denn Hitze ist längst nicht mehr nur ein Symptom des Wetters und des aktuellen, stürmischen Sommers. Auch Leistung verursacht Hitze. Und die heutige Leistungsgesellschaft brennt.

Dein Leben wird so gefühlt zu einem einzigen Hitzegewitter.

Egal, wohin du schaust: Auf allen Feldern, in allen Lebensbereichen stürmt es und überall wütet der Waldbrand. In der Politik kracht es außen- wie innenpolitisch permanent. Bei der Arbeit bläst die Führungsebene neuen Wind durch die Räume – New Work, Lean, Scrum –, der am Ende doch keine Kühlung bringt, sondern die Hitze noch stärker entfacht. Im Sport, der doch einmal dein Hobby war, beschleicht dich mittlerweile auch schon das Gefühl, immer höher, schneller, weiter kommen zu müssen …

Es wundert mich nicht, dass du in diesem Konglomerat immer stärker ins Hecheln gerätst und kontinuierlich schlimmer „heißläufst“. Leistung ist gut und schön, aber wenn du sie dir selbst permanent und ohne Pausen abverlangst, führt sie dich unweigerlich in den Hitzekollaps.

Deshalb verlangt Leistung auch Regeneration.

Das zeigt dir die Natur. Ja, auch sie läuft gerade heiß, trocknet stellenweise sogar aus oder verdorrt. Aber eben nur weil sie weiß, dass auf ihre Höchstleistung auch wieder eine Ruhephase folgt: Nach einem Sommer der höchsten Leistung wartet ein ruhiger Winter, in dem die Natur ihre Energie herunterfährt, abkühlt, zur Ruhe kommt.

Wo ist diese Pause im menschlichen Leben hin? Wann regenerierst du dich nach deiner Leistung?

Ich fürchte, das vergessen viele Menschen mittlerweile. Auch weil sie verlernt haben, am Ende des „Sommers“, am Ende der Leistungsphase würdig Erntedank zu feiern und sich über die gemeisterte Anstrengung zu freuen. Stattdessen brennen sie weiter – bis sie eben durchbrennen.

Was kannst du also tun, um dem Hitzekollaps zu entgehen?

Tatsächlich kannst du dir auch hier etwas beim Wetter abschauen: Wenn es gerade mal wieder verrückt spielt, dann sind deine Kollegen, deine Familie und vielleicht auch du immer ganz schnell dabei, die Wetterquerelen lauthals zu beklagen. Warum also nicht ebenso deine Unzufriedenheit oder deine Überlastung im Job, im Hobby und im Leben thematisieren? Die Unerträglichkeit des Wetters sprichst du doch auch an, ohne zu zögern.

Das Wetter ändert sich deshalb noch lange nicht, da hast du ganz recht. Genauso wird sich vermutlich das System, das dich mit seinem Lechzen nach Leistung ausbrennt, nicht von heute auf morgen ändern. Aber wenn viele Menschen unzufrieden sind, wenn andere sich dir anschließen, hast du den Samen für eine Veränderung ausgesät. Vielleicht geht ihr gemeinsam zur Geschäftsführung, vielleicht schmeißt ihr gemeinsam euren Job hin, wer weiß?

Jedenfalls kann etwas Neues erst dann entstehen, wenn du deiner Überhitzung Luft machst – und dir damit Abkühlung verschaffst. Hab einen kühlen Sommer!

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