Der hoffnungsvolle Weg der Hoffnungslosigkeit

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Der hoffnungsvolle Weg der Hoffnungslosigkeit

Antje Bach, hoffnungslos, Hoffnungslosigkeit, Hoffnung

Gratulation zu deiner Hoffnungslosigkeit! Und meine größte Bewunderung, dass du dich mit deinem Problem an mich gewandt hast. Denn mit deinem Eingeständnis, dass es so nicht mehr weitergehen kann in deinem Leben, bist du den meisten hoffnungslosen, verzweifelten Menschen einen wichtigen Schritt voraus.

Viele erkennen ihre Hoffnungslosigkeit überhaupt nicht und erstarren in dem leblosen Zustand.

Und damit verlieren sie völlig ihre Kraft. So wie es bisher bei dir auch war: Du hast jahrelang versucht, dich im Job und in deiner Partnerschaft einzubringen, doch niemand hat das registriert. Dein Partner, dein Chef und deine Kollegen haben deine Gedanken einfach nicht interessiert. Du hast alles in deiner Macht Stehende ausprobiert, aber es hat sich nichts geändert. Dass du irgendwann Resignation verspürst, ist ganz normal. Und das Beste, was dir passieren konnte!

Hoffnungslosigkeit verspüren nämlich nur Menschen, die sich engagieren. Denen der Job, die Beziehung, Freunde, Familie, ein Vorhaben, die persönliche Weiterentwicklung oder was auch immer wichtig sind. Die, die etwas bewirken wollen und feststellen, dass sie ihr Ziel nicht erreichen können. Dieses Gefühl macht klar, dass wir etwas nicht mehr für möglich halten und wir unsere Vorstellung nicht mehr realisieren können. Enttäuschung ist dabei vorprogrammiert. 

Resignation ist wahrlich eine turbogesunde Reaktion und ein gesunde Auskunft des Körpers.

Liebe Steffi, dein Körper sagt dir letztlich damit: „Stopp, nicht weitermachen! Hör auf zu fighten! Es rentiert sich nicht, den Weg weiterzugehen, du machst dich nur kaputt!“ Hoffnungslosigkeit macht dir die Tür auf, zu überleben. Das ist doch wundervoll.

Ich kann alle verstehen, die dieses Gefühl trotzdem aus ihrem Leben verbannen und unterdrücken. Schließlich verlangt die Gesellschaft nach stets frischen und strahlenden Lebemännern – kämpferisch, stark und energiegeladen ist die Norm und „Reiß dich mal am Riemen!“ natürlich nur ein gut gemeinter Ratschlag. Und: Wer will schon schwach und traurig sein? Auch das menschliche Selbstbild stempelt Hoffnungslosigkeit als verwerflich ab.

Das ist sie auf keinen Fall! Ich bin davon überzeugt, dass Hoffnungslosigkeit ein kluger Freund ist. Jedoch nur, wenn du die Realität erkennst und akzeptierst, dass du einen anderen Weg einschlagen musst. Und lieber Simon, an diesem Punkt bist du bereits.

„So nicht mehr!“ ist der Türöffner zu neuen Wegen

Gönn dir in der nächsten Zeit einen Moment der Ruhe und schau dir genau an, welchen Teil deines Lebens die Resignation betrifft. Ich muss dich allerdings vorwarnen: Du wirst unendlich traurig werden, wenn dir bewusst wird, welches Ziel oder welche Vorstellung du nun verlierst. Aber bitte lass auch dieses ganz normale Gefühl zu und stell dir im Anschluss an deine Trauerphase unbedingt folgende Fragen: Wenn es so ist, wie es ist – was bedeutet das konkret? Was willst du anders machen? Welche Entscheidungen musst du nun treffen, um deine neuen Wege zu gehen? 

Liebe Steffi, nimm diese Chance an, die dir das Leben gerade schenkt. Nutze die Hoffnungslosigkeit, um dein Leben so zu gestalten, dass du wieder zufrieden bist und dein persönliches Engagement in allen Lebensbereichen endlich wieder seine Wirkung erzielt. 

Ich wünsche dir von Herzen viel Erfolg und wieder mehr Sonnenschein in deinem Leben.

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