So reagiert ihr nie mehr fassungslos

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So reagiert ihr nie mehr fassungslos

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ich bin fassungslos! Naja, nein, ehrlich gesagt nicht, wenn ich das so frei sagen darf. Verüble mir das bitte nicht, lieber Franz. Aber wie dein Chef dich behandelt hat – das macht mich nicht halb so fassungslos wie dich gerade. Lass mich dir erklären, weshalb.

Ich habe im Coaching schon oft Menschen erlebt, denen es wie Dir erging: Ein anderer Kollege wurde befördert, obwohl er weniger gute Arbeit leistete als sie selbst. Der Chef sagte ein Projekt ab, nachdem sie wochenlang Energie auf eine ausführliche Strategie verschwendet hatten. Die Ehe geriet ins Kriseln, obwohl sie keinen einzigen Hochzeitstag versäumt hatten.

Wir alle kennen diese Momente, in denen etwas passiert, das wir nicht kommen sehen konnten oder wollten.

Wir sind fassungslos und das ist ein furchtbarer Zustand.

Denn diese Fassungslosigkeit geht in der Regel einher mit Wut, mit Erstarrung, mit Sprachlosigkeit. Du bist wie vor den Kopf geschlagen und gerätst ins Wanken. Diese physischen Reaktionen untermauern, was gerade in dir drin passiert: Du hast über Monate, vielleicht sogar Jahre in einem stabilen Rahmen – quasi in deinem bequemen Gedankenhaus – gewohnt. Und dann schlägt auf einmal eine Abrissbirne durch die Fassade.

Natürlich wird dein Haus da bis in die Grundfesten erschüttert oder stürzt womöglich sogar zur Gänze ein. Du verlierst deine Orientierung, deine Struktur. Und ja, das ist bestürzend, da gebe ich dir ganz recht. Fassungslos zu sein, ist wirklich furchtbar. Doch es ist kein Grund, die Hoffnung zu verlieren, denn:

Fassungslosigkeit ist im gleichen Maße auch fruchtbar.

Das mag komisch klingen – wer begrüßt es schon, fassungslos zu sein und vor den Kopf gestoßen zu werden? Oder zieht daraus sogar noch einen Nutzen?

Ich kann dir versichern: So abwegig ist das gar nicht. Denn jedes Mal, wenn du fassungslos bist, beginnt eine wichtige Zeit: die Zeit, dein Weltbild zu überdenken – und damit auch die Möglichkeit zur Weiterentwicklung, zur Ergänzung und zur Bereicherung.

Dein altes Weltbild, dein bisheriges Gedankenhaus hatte ja ganz offensichtlich Einschränkungen und Begrenzungen, sonst wäre es nicht ins Bröckeln geraten. Du hast nun also die Gelegenheit, diese Einengungen aufzutun, neue Fenster in dein Haus einzubauen, neue Perspektiven zu eröffnen.

Was nach viel Arbeit klingt, tun Kinder tatsächlich ständig – mit Freude!

Wenn sie fassungslos sind, nennen wir das Staunen.

Denn ihr Weltbild ist noch nicht fest. Sie bauen permanent an ihrem Gedankenhaus, lernen, lassen bisherige Erfahrungen los und ermöglichen dadurch neue Einsichten und Verhaltensweisen. Denn denk nur: Für ein Kind ist selbst der erste Schnee schon eine Erschütterung seines Weltbildes! Natürlich könnte es nun völlig fassungslos reagieren angesichts der Tatsache, dass der Sommer es im Stich gelassen hat. Oder es staunt und lernt.

Als Erwachsene fällt uns Menschen das Staunen zunehmend schwer. Denn unser Gedankenhaus hat sich über die Jahre verfestigt, wir selbst lassen es immer einförmiger werden. Und immer wenn es angegriffen wird, kommt eine neue Komponente hinzu: Trauer.

Wenn unsere Konstrukte von anderen erschüttert oder mit Füßen getreten werden, verlieren wir einen wesentlichen Teil unserer Sicherheit. Das zu beweinen, ist nicht nur völlig legitim, sondern noch dazu absolut gesund!

Die Trauer ist der erste Schritt, dich von deinem alten Weltbild zu verabschieden.

Wenn du also fassungslos bist, dann nutze diesen Moment, um innezuhalten  und auch zu trauern. Und dann geht es an die Aufbau- und Ergänzungsarbeit – Dein Weltbild neu zu gestalten, auf der Grundlage des Staunens.

Es ist diese Überarbeitung, die dich zu einem gelingenden Leben führt. Weil du nicht nur eine Wahrheit kennst, sondern mit der Zeit viele ergänzt. Weil du nicht länger fassungslos an deinem alten, zu klein gewordenen Haus festhältst, sondern wieder staunen lernst. Weil du nicht in deinen festen Mauern erstarrst, sondern lebendig bist.

Ich wünsche dir viele Momente des Staunens, lieber Franz!

1 Comment

  1. dani surer sagt:

    super gut! bravo!

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