Wenn ihr nicht mehr vor dem Leben fliehen wollt

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Wenn ihr nicht mehr vor dem Leben fliehen wollt

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mir geht es ähnlich wie dir, wenn ich in den Nachrichten höre, dass immer noch unzählige Menschen fliehen oder bereits seit Jahren auf der Flucht sind. Wir beide mussten nie Hunger leiden oder im Krieg leben. Deshalb fühle ich mich gar nicht in der Position, die Lebenslage dieser fliehenden Menschen und ihre Beweggründe zu bewerten oder ihr Fliehen zu beurteilen. Dennoch bin ich überzeugt:

Auch du und ich fliehen jeden Tag.

Nicht vor Krieg, nicht vor Hunger, nicht physisch in ein anderes Land. Aber wir fliehen vor vielen anderen Dingen in unserem Leben, vor Konflikten, vor unangenehmen Situationen – oder gar vor uns selbst.

Du erkennst vermutlich auch dich in einigen dieser Bilder wieder: Wenn dein Chef einen Kollegen im Meeting lauthals und zu Unrecht angeht, dann fliehen du und deine Kollegen vor einer Auseinandersetzung, indem ihr schweigt und wartet, bis der Aufruhr vorüberzieht. Wenn deine Beziehung eine schwere Phase durchläuft, dann flüchtest du begeistert in die Berichterstattung über die Märchenhochzeit von Meghan Markle und Prinz Harry. Oder wenn deine Kinder sich in der Schule schwertun und Probleme verursachen, dann setzt du dich abends mit ihnen vor den Fernseher, um so einer anstrengenden Auseinandersetzung zu entfliehen.

Wir Menschen fliehen ständig, auch wenn wir unsere Flucht nicht als solche bezeichnen.

Und das ist gut so! Fliehen ist in bestimmten Situationen eine wichtige und äußerst gesunde Kompetenz. Wenn du zum Beispiel in einem Arbeitsprojekt mehrmals laut deine Bedenken geäußert und den Chef damit verärgert hast – nun, dann kann es clever sein, im nächsten Meeting ins Schweigen zu fliehen, wenn dir ansonsten die Kündigung droht. Oder wenn mich kleine Antje bei Nacht und Nebel ein Hüne angreifen würde, klar würde ich fliehen! Aber letztlich bleibt doch immer die Frage:

Wie schaffst du es, nicht permanent auf der Flucht zu sein?

Das ist keine leichte Aufgabe, denn natürlich ist es immer die einfachere Lösung, zu fliehen und Reißaus zu nehmen als dich deinen Ängsten zu stellen. Dir die Flucht zu untersagen, bedeutet Konfrontation und Unsicherheit. Aber führ dir einmal vor Augen, was es bedeutet, immer wieder zu fliehen: Möchtest du wirklich noch zehn, 20 oder 30 Jahre in einer unglücklichen Beziehung, in einem deprimierenden Job, in einem problematischen Verhältnis zu deinen Kindern feststecken?

Fliehen ist einfach. Doch es verstellt dir auch die Chance, einen Cut zu machen und mit den nächsten 30 Jahren deines Lebens etwas Besseres anzustellen. Melde dich, wenn du jemanden brauchst, der deinen Fluchtkoffer vor dir versteckt.

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